Warum ich Schwarz-Weiß Fotos liebe!

Hey starke Mama,
heute möchte ich mich mit einem sehr interessanten Thema beschäftigen. Ja, ich betone: interessant. 🙂 Ich wurde in letzter Zeit immer wieder einmal darauf angesprochen, dass meine Fotos ja in schwarz-weiß präsentiert werden. Und damit ist die Frage verbunden: Warum ist das so? Warum zeigt Natalie von den starken Mamas eigentlich schwarz-weiß Fotos? Warum sind das so wenige Farbfotos? Fotografiert sie eigentlich Farbfotos oder sind alle ihre Fotos in schwarz-weiß?

Fragen über Fragen! Da kam mir die #boomboomblog Challenge von Sympatexter aká Judith Peters gerade recht. Der Titel ist von ihr vorgegeben worden und ich durfte mir mein Thema dazu überlegen. Warum ich Schwarz-Weiss Fotos liebe ist also das Beste Thema, dass ich verbloggen kann. 🙂 Denn für meine Art zu präsentieren gibt es gleich mehrere gute Gründe.

Woher die Liebe zu Schwarz-Weiß kommt?

Meine Ausbildung zur Fotografin habe ich an der Universität Ulm (KIZ) absolviert. Das war um die 2000 herum, glaube ich. Ich muss mal auf meinen Gesellenbrief schauen. 😉 Und dort hatte ich natürlich auch einen Ausbilder. Dazu sei gesagt, dass ich vor meiner Ausbildung kaum Berührungspunkte mit der Fotografie hatte – nur im Rahmen meiner schulischen Ausbildung in der Berufsfachschule für Druck- und Medientechnik und mein damit einhergehendes Praktikum in einer Werbeagentur, die sich auf den Bau von Webseiten spezialisiert hatte. Selbst fotografiert habe ich zu diesem Zeitpunkt nie.

Zu Beginn meiner Ausbildung war es ganz normal, dass wir mit einer Kamera begannen, die ausschließlich mechanisch funktionierte. Die Aufgabe dahinter war klar: Ich sollte lernen scharf zu sehen indem ich manuell scharf stellte. Und ja, das hat verdammt lange bei mir gedauert! Eine weitere Besonderheit dieser Ausbildung war, dass wir nur 2 oder 3 Mal auf Farbfilmen fotografierten. Was dann der Rest war? Schwarz-Weiß (zu über 90%). Ergänzend dazu fotografierten wir auf Diafilmen (das waren dann die restlichen 10%). Auch das war eine Besonderheit. Denn Diafilme mussten und müssen sehr exakt belichtet werden – und das war auch der Lernschwerpunkt in unserem Umgang damit. Belichtung richtig messen und testen, einstellen, fotografieren. Ähnliches gilt übrigens auch für Schwarz-Weiß Filme, denn auch die haben einen begrenzten Spielraum was die Belichtung angeht.

Digitalfotografie kam übrigens erst im dritten Lehrjahr hinzu. Das war schon recht fortschrittlich. 😉

Trotz allem: Bei der Schwarz-Weiß Fotografie blieb ich lange Zeit hängen. Ich kannte zuvor nur “Farbe” und mich faszinierte genau diese Farblosigkeit. Viele sagen, dass Schwarz-Weiß Fotografie langweilig wäre. Doch das stimmt nicht im geringsten. Schwarz-Weiß wird meistens in der Dokumentation genutzt – denn sie nimmt Emotion heraus. Sie wirkt nüchtern und gleichzeitig ästhetisch und edel. Fotografie wird daher reduziert auf Perspektive, Bildgestaltung, Sinn / Interpretation und Hell / Dunkel Kontraste. Es ist also besonders wichtig mit Licht und Schatten zu spielen und darüber sein Bild aufzubauen.

Kurzum: Schwarz-Weiß Fotos sind etwas besonderes! Das waren sie schon immer und sie werden es auch bleiben.

Da wir alle ständig Farbfotos sehen, sind Farbfotos gerade in der heutigen Zeit “gewöhnlich” und “normal”. Der Gegensatz dazu ist also die Schwarz-Weiß Fotografie. 😉

Wie ich mich in Schwarz-Weiß verliebte.

Nun, das passierte nach meiner Ausbildung. Dadurch, dass ich ja fast alles in Schwarz-Weiß fotografierte und Farbe die ersten 2 Jahre quasi ausgeblendet war, konnte ich viel testen und ausprobieren.

Wie wirkt X oder Y eigentlich in Schwarz-Weiß? Was passiert, wenn ich manuelle Farbfilter auf mein Objektiv schraube? Welche dieser Filter brauche ich für Portraits und welche für Landschaften? Wenn ich diesen coolen, dunklen Himmel mit weißen Wolken haben möchte: Wie muss ich das machen? Und wenn ich Menschen mit auf diesem coolen Foto haben möchte, welche Auswirkung hat das auf die?

Sehr zu Gute kam mir da auch mein Lehrer in der Berufsschule: Helmut Hirler. Ich habe viele seiner Landschaftsfotografien fast schon vergöttert und beim selbst ausprobieren meine Erkenntnisse und Aha’s daraus gezogen.

Am Ende meiner Ausbildung wusste ich schwarz-weiß Aufnahmen sehr zu schätzen. Aber “verliebt” war ich da noch nicht. Das kam erst mit meinen ersten Jobs als Fotografin. Denn in Studios ist es häufig üblich nur in Farbe zu fotografieren und auch nur Farbe anzubieten. Farbfotos sind nun mal der “Standard”. Ich finde sie inzwischen einfach nur alltäglich, fast schon banal. Und genau das war eins meiner Probleme. Ich bemerkte erst im Umgang mit der Farbfotografie, wie langweilig diese inzwischen fand.

Zwar fotografiere ich heute immer noch alles in Farbe und präsentiere meinen Kunden auch immer eine Mischung aus beidem – jedoch ist mir Schwarz-Weiß immer noch lieber.

Nur schwarz-weiß Fotos auf der Webseite?

Das ich auf meiner Webseite nahezu alle Fotos in schwarz-weiß präsentiere hat mehrere Gründe. Natürlich: Ich liebe schwarz-weiß! Und weil das so ist, ist es natürlich auch naheliegend diese Liebe in mein “Branding” aufzunehmen. Das bedeutet, ich nutze das um meiner Marke “Starke Mamas” ein Markenbild zu geben und eine Stimme zu verleihen. Das kann natürlich auf deutlich vielfältigere Weise passieren, jedoch ist das hier mein persönlicher Weg.

Ein weiterer Grund liegt in der Individualität meiner Fotoshootings und meiner Kunden-Services. Ich würde mich selbst eher als Porträtistin sehen. Das bedeutet, ich bin sehr gut darin Menschen und ihre Emotionen und ihre grundlegenden Charaktereigenschaften zu erfassen. Diese Erkenntnisse notiere ich mir und erarbeite damit ein Konzept für das gemeinsame Fotoshooting.

In der ersten Konsequenz ist das ein toller Kundenservice, denn meine Kunden erhalten immer auf sie angepasste Shootings und Fotos. Teilweise geht es sogar so weit, dass ich für einen speziellen Raum oder eine bestimmte Stelle im Haus gestalte. In der letzten Konsequenz ist es schlecht für meine Außendarstellung. Denn so individuell die Fotos im weiteren Verlauf werden, so individuell werden sie von mir bearbeitet. Es gibt in meiner Arbeit und meinem Umgang mit Farbfotos rein gar nichts, dass irgendwie einheitlich wäre. Weder in der Farbgebung, noch in der Art wie ich Licht nutze noch, dass ich immer wieder die selbe Location mit ähnlichem Licht nutze. NICHTS!

Die einzige, absolut einzige (!!) Konstante, die ich je in meiner Fotografie finden konnte, waren sehr enge Bildschnitte für Porträts und Schwarz-Weiß.

Und genau darum zeige ich es inzwischen auch. Unter anderem auch in meiner aktuellen Blogparade #mütend, die noch bis zum 16. Mai läuft. Du kannst also gerne noch daran teilnehmen, wenn du das möchtest. 😉 Auch hier nutze ich ausschließlich Schwarz-Weiß Fotos um den Betrachter auf mein Gesicht und meine Emotionen zu lenken.

Wie fotografierst du Schwarz-Weiß?

Eine Frage die einige Mamas die mich anfragen interessiert. Wie genau entstehen die Schwarz-Weiß Fotos? Nun, ich möchte diese Frage sehr gerne in einem extra Beitrag ausführlich beschreiben. Dennoch möchte ich dich hier nicht ganz alleine lassen.

Ich fotografiere im ersten Schritt immer in Farbe. Meine Kundinnen erhalten auch bei allen Shootings eine Mischung aus Farbfotos und Schwarz-Weiss Fotos.

Die in Shootings entstandenen Farbfotos werden auf 2 verschiedenen Wegen zu Schwarz-Weiß Bildern. Welchen Weg sie in der Nachbearbeitung nehmen, hängt von meinem konkreten Ziel ab.

Weg Nr. 1: Ich nehme die farbigen Rohdaten der Fotos und erstelle aus den Rohdaten ein Schwarz-Weiß. Dieses kann ich hier sehr detailliert nach meinen Wünschen anpassen. Wenn ich zufrieden bin, entwickle ich die Rohdaten. Manchmal benötigt es danach eine weitere Bearbeitung – je nach Endziel. Dieser Weg ist der, der von mir bevorzugt wird, da ich hier die beste Kontrolle über meine Kontraste, Schwärzen und Lichter habe.

Weg Nr. 2: Ich entwickle die Farbfotos mit passender Belichtung, Farbtemperatur und in Farbe. Die Umwandlung in Schwarz-Weiß Bilder findet im Nachgang statt. Dafür nutze ich diverse Tools in Photoshop und meine selbst aufgezeichneten Aktionen. Ebenfalls abhängig vom Bildbearbeitungs-Ziel.

Also, warum liebst du es jetzt genau?

Im Prinzip ist schon alles gesagt. Ich denke am leichtesten sollte ich mich kurz fassen. 😉

  • Schwarz-Weiß Fotos wirken nüchtern, stilvoll und elegant in einem.
  • Sie sind in der heutigen Zeit etwas besonderes und fallen auf.
  • Schwarz-Weiß Fotos sind zeitlos.
  • Sie wirken in nahezu allen Räumen gut, auch wenn dort wenig schwarz zu sehen ist.
  • Ich liebe das Gestalten mit Licht, Kontrast und Perspektive.
  • Ich liebe die Reduktion und vielleicht auch ein wenig den Minimalismus daran.
  • Durch das Fehlen von Farbe werden Schwarz-Weiß Fotos auf ihre Kernaussagen konzentriert.

Vielen Dank, dass du meine Beiträge liest!
Schreib mir gerne, was du darüber denkst.

Alles Liebe,

Fotografin Natalie Garbotz

Nicht vergessen: Starke Mamas gehen miteinander!
#boomboomblog #starkemamas #lebeninbildern

3 Kommentare
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  • Was ist Fine-Art Fotografie?28. Mai 2021 - 10:55

    […] für mich rein gar nichts mit einem Bildstil zu tun. Genauer gesagt ist das der Grund, warum ich schwarz-weiß Fotos mache. Ebenfalls ein persönlicher Versuch, sich der Fine-Art Fotografie anzunähern, ist das […]AntwortenAbbrechen

  • Caroline29. April 2021 - 17:04

    Liebe Natalie,ich habe mich bei deinem tollen Beitrag sehr in meine Ausbildungszeit (die nur kurz später war) zurück erinnert. Ich persönlich liebe bei anderen die Fotos in s/w. Selber kommen die bei mir jedoch etwas zu kurz. Aber vielleicht inspiriert mich dein Beitrag, s/w etwas mehr einfließen zu lassen.Liebe GrüßeCaroAntwortenAbbrechen

    • Natalie Garbotz30. April 2021 - 10:00

      Liebe Caro, ich denke das ist bei jedem anders. Das ich Schwarz-Weiß bevorzuge heißt ja nicht, dass Farbe schlecht ist. Ich bewundere Fotografen und Fotografinnen die außergewöhnlich mit Farben umgehen können. Mir persönlich ist Farbe zu sehr Ablenkung vom eigentlichen Motiv, von dem was da passiert. Es ist tatsächlich etwas rein visuelles. Ich finde, ich kann ein Foto / Bild viel ruhiger anschauen und darüber nachdenken, wenn es schwarz-weiß ist. Für mich ist es schlicht eine Reduktion aufs wesentliche.
      Liebe Grüße! NatalieAntwortenAbbrechen

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Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines fast 5jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Daher berichtet sie hier im Blog genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

 

Natalie arbeitet als Fotografin und ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.

 

Du hast einen Themenvorschlag? Dann gerne her damit!
Sende diesen gern an: hey@starke-mamas.de