5 Tipps: Das mache ich um mein Kind zu beschäftigen

Unser Montessori-Regal mit Spiel-Angeboten. Teil 2.

Selbstständigkeit ist aus meiner Sicht nicht zwangsläufig einfach. Mit Baby oder Kind wird es nur rhythmischer, aber in aller Regel nicht leichter. Dann kam noch die Pandemie dazu – uff! Mein kleiner Herr war den ganzen Tag zu Hause. Das ich kein guter Spielkamerad war, … für jede Mutter gut vorstellbar. Vor allem, weil auch sonst niemand zur Verfügung stand. Kein weiteres Geschwisterchen, keine Cousins oder Cousinen, keine Nachbarskinder. Gruselig für meinen kleinen Mann. Und für mich. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: „Und was mache ich jetzt mit ihm? Er langweilt sich hier zu Tode und ich bin weder die typische Basteltante noch bin ich sowas die Erzieherin aka Pädagogin! H.I.L.F.E.! WAS soll ich tun?“

Nun, den Spitznamen „Trüffelschwein“ hab ich ja nun nicht umsonst. Oder soll ich jetzt „leider“ sagen? Jedenfalls: Ich habe tatsächlich etwas ausgegraben womit ich persönlich etwas anfangen konnte – und ja, es hat auch für meinen Sohn gut funktioniert. Ha! Der große Vorteil für mich war in dieser Sache, dass mein Sohn mit seinen „Spielsachen“ wesentlich aktiver gespielt hat und das es Veränderungen waren die super leicht umzusetzen waren. Zumindest für mich.

Vorab möchte ich noch dazu sagen: Wir haben kein Spielzimmer. Zwar gibt es ein Kinderzimmer – das wird aber nur zum schlafen genutzt. Gespielt wird hauptsächlich im Wohnzimmer. Und genau dort, sowie an einem kleinen Küchen-Plätzchen, habe ich meine Veränderungen vorgenommen.

Schritt 1: Stelle dein Kind in den Mittelpunkt

Was meine ich damit? Für mich bedeutete es, dass ich mir die Zeit nehme, mich mit meinem Kind auseinander zu setzen und ihn zu beobachten. Ich habe auch aufgeschrieben, was ich gesehen habe. Wenn ich dann meine Ruhe hatte, weil mein Sohn irgendwann ja auch mal schläft, habe ich meine Notizen ausgepackt, nachgedacht und reflektiert. Aufbauend auf meinen Erkentnissen und Reflektionen habe ich dann Entscheidungen getroffen. Ich hatte Fragen im Kopf wie:

  • Was hat er heute besonders gerne gemacht? Womit hat er häufig gespielt? Was hat er gerne in die Hand genommen?
  • Welche Art von Spiel mag es besonders?
  • Was habe ich konkret beobachtet? Und welche Bedürfnisse sehe ich? Was brauchte er jetzt?
  • Wie kann ich dieses Wissen jetzt nutzten um ihm zu dienen?

Schritt 2: Nimm die verschiedenen Phasen und Perioden der Entwicklung an!

Aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt. Dein Kind ist gut so wie es ist! Ich finde alle Eltern sollten schlicht annehmen können, was ist. Je nach dem, in welchem Alter dein Kind gerade steckt und durch welche Phase es gerade durch „muss“ wird es sich anders verhalten. Je jünger dein Kind ist umso häufiger sind diese Phasen.

Es sollte auch klar sein, dass dein Baby andere Bedürfnisse hat, als dein Vorschulkind. Daher ist es für mich ungemein wichtig gewesen mich erst einmal mit Beobachtungen zufrieden zu geben, Testballons zu starten und auszuprobieren, was denn jetzt passiert und wie mein Kind auf meinen Test reagiert. Auch wichtig finde ich, die Beobachtungen aufzuschreiben und zu dokumentieren, bevor du dich daran machst, alles anzupassen und umzuräumen.

Wenn ich etwas nicht wusste, dann suchte ich mir Anregungen, Inspirationen und unterhielt mich mit anderen Müttern. Als gute Ressourcen für meine Recherchen und meinen Austausch haben sich diese Webseiten, Blogs und Facebook-Gruppen herauskristallisiert:

Eltern vom Marshttps://www.elternvommars.com/
https://www.facebook.com/groups/montessoribeginntbeidir

Montiminis https://montiminis.com/category/montessori/montessori-zu-hause/

Montessori für alle e. V.https://montessorifueralle.de/
https://www.facebook.com/groups/26473912060075
https://www.facebook.com/groups/603321496773923/
Podcast: https://anchor.fm/laura-wittinger

WunderWerkstatthttps://www.wunderwerkstatt.eu

Kinder begeisternhttps://kinderbegeistern.de/shop/

Kita-to-Go von hooraybox – https://www.hooraybox.de/

Schritt 3: Bereite das Spielzimmer / die Umgebung so vor, dass dein Kind sich wohl fühlt

Die ersten Schritte waren für mich gekennzeichnet von beobachten, aufschreiben, reflektieren und nachdenken. Auch damit, Testballons zu platzieren. Im Sinne von: Ich habe mir überlegt, es könnte meinen Sohn XY interessieren. Also habe ich ihm XY vorbereitet, „präsentiert“ und geschaut, welche Reaktion meine Präsentation bekommt. Dadurch weiß ich jetzt also schon, was mein Kind gerne möchte und was gar nicht gut angekommen ist. In Schritt 3 geht es also darum, dass Wissen in die Tat umzusetzen. Was heißt das in meinem Fall?

In meinem Fall habe ich unser tolles Wohnzimmer-Regal ausgeräumt. In jedes Fach unseres Regals stellte ich ein Tablett auf dem eine Aktivität / Beschäftigungs-Spiel vorbereitet war. Die Beschäftigungs-Ideen waren alle auf die Interessen meines Sohnes abgestimmt, so dass er (hoffentlich) begeistert „Juchuuu!“ schreit und gar nicht mehr mit spielen aufhören mag.

Du kannst hier schon ein wenig erkennen wonach ich mich gerichtet habe und was mir beim „einrichten“ wichtig war. Diese (erste) Version ist mir allerdings nicht wirklich gelungen. Ich hatte hier nach den vielen wirklich tollen Feedbacks noch einiges zu verändern. Es gibt daher noch eine spätere Version dieses Regals, das ich dir gleich zeige. Vorab noch die Regeln, die ich angewendet habe:

  • Pro Fach nur eine Aktivität, immer in einer Schale oder auf einem Tablett (wg. Ordnung)
  • Bücher mit der Front zum Kind
  • Aktivitäten alle offen präsentieren. Bauklötze beispielsweise in eine offene Schale umfüllen.
  • Nur Aktivitäten, die begeistern!
  • Aktivitäten werden wöchentlich gewechselt.
  • Auch ansonsten wird das Kind in den Alltag eingebunden und darf die Aktivitäten ausführen, die es toll findet. Beispielsweise: Glastisch abputzen, Geschirr von Hand spülen, div. Wasserspiele.
  • Den Raum so klar und ordentlich strukturieren wie möglich.
  • Der restliche Raum ist ebenfalls für mein Kind ausgelegt, dh. es gibt zum lesen einen Lesesessel und einen Couchtisch, der größenmäßig zu meinem Kind passt und natürlich auch Kinderstühle.
  • Aktivitäten, die mit Wasser zu tun haben: Werden jeden Abend abgebaut und vor dem benutzen wieder vorbereitet.
  • Wasser-Aktivitäten immer in geeigneter Umgebung durchführen. Das bedeutet ich lasse mein Kind nur da mit Wasserfarben malen, wo gemalt werden darf. Heißt auch, dass optimaler Weise auch an Wänden oder anderen Gegenständen gemalt werden darf ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Schritt 4: Zeige deinem Kind, wie die Sachen funktionieren

Ich hatte öfter mal das Thema, dass mein Sohn zwar fasziniert war, aber grundlegend missverstanden hat wozu die Dinge, die da lagen, überhaupt sind. Dementsprechend zweckentfremdet hat er sie. Leider hat er auch nicht versucht herauszufinden, wie es richtig geht… das hätte er ja vorher grob wissen müssen.

Also habe ich mich, bei allem was mir schwierig in der Handhabung erschien, erst einmal dazu gesetzt. Ich habe es zumindest ein oder zwei Mal vorgemacht um ihm zu zeigen, was man so mit den faszinierenden Gegenständen „macht“. Er fand das auch immer ziemlich gut – und hat es dann auch immer gerne selbst versucht. Sobald er dann im Spiel war, habe ich ihn dann auch in Ruhe gelassen.

Sicher, bei Bauklötzen wird es eher unnötig sein deinem Kind zu zeigen, was man damit tun kann. Bei einem 3er Brett, auf das bunte Haushaltsgummis gespannt werden können, macht es dann aber schon mehr Sinn zu zeigen, wie man sie nutzen kann und wie aus bunten Spanngummis kleine Bilder entstehen können.

Schritt 5: Sei bei deinem Kind und binde es aktiv in den Alltag mit ein

Aus Erfahrung weiß ich, dass gerade Babys und kleine Kinder sehr traurig oder wütend werden, wenn sie in einem Raum allein gelassen werden. Es macht auch keinen Sinn, denn gerade kleine Kinder brauchen Sicherheit. Und diese wird durch deine Anwesenheit gewährleistet. Also: Was auch immer du tun möchtest, nimm dein Kind mit dorthin. Das gilt im Grunde für alle Kinder bis ungefähr 6 Jahre.

Und nachdem du bereits einiges gelesen und hoffentlich gelernt hast, ist dir vermutlich auch klar: Dein Kind stört dich nicht, wenn es eine mega Beschäftigungsmöglichkeit hat!

Ist dein Kind bereits älter, dann binde es in die Dinge ein, die du hier tust. Vielleicht ist es spannend, dich beim Videoschnitt zu unterstützen oder die Promotion deines aktuellen Blogbeitrags zu übernehmen?

Für nahezu jedes Alter ist es gut, in den normalen Alltag eingebunden zu sein. Das heißt, sich auch mit Haushalt auseinander zu setzen, ein bisschen beim spülen mitmachen lassen, vielleicht auch Wäsche aufhängen. Je nachdem, was dein Kind sich wünscht. Mein Sohn ist 5 und liebt es nach wie vor Fenster zu putzen oder den Glastisch zu wischen. Auch mit dem Akkustaubsauger wirbelt er gern durch die Wohnung. Im Grunde sind auch das sehr tolle Beschäftigungsmöglichkeiten, die dir den Freiraum geben während dessen etwas anderes zu tun.

Wie machst du das?

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Fotografin Natalie Garbotz
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    Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines 5 jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Im Blog schreibt genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

     

    Natalie arbeitet als Social Media Managerin & Fotografin. Sie ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.