5 Gründe warum Social Media nervt!

Warum mich Social Media nervt: Natalie steht vor einer weißen Wand, macht ein grimmiges Gesicht oder besser gesagt ein grimmiges Duckface und schaut in die Kamera.

Es könnten einige Menschen meinen, dass ich Social Media total liebe. Und ganz bestimmt war das auch sehr lange so. Meine Plattformen sind normalerweise Facebook und Instagram. Doch seit Corona-Beginn hat sich das schlagartig verändert und ist auch dauerhaft so geblieben. Daher möchte ich heute einen eher persönlichen Artikel schreiben und dich, liebe Leserin zum nachdenken anregen.

Auch möchte ich meine Gedanken und Fragen mit dir teilen, die ich mir über Social Media und meine Community mache und gemacht habe. Es wird Zeit, dass wir uns alle ein paar Gedanken darüber machen, wie wir in Zukunft miteinander umgehen und miteinander leben und arbeiten möchten! Und ich möchte proaktiv meinen kleinen Teil dazu beitragen, in dem ich diesen Artikel schreibe und somit meine Gedanken dazu teile.

Social Media nervt!

Ja, und zwar gewaltig nervt mich Social Media! Dafür gibt es leider nicht nur einen Grund, sondern ganz viele. Als Corona begann, da dachte ich nichts negatives. Bis ich mich ungefähr eine Woche vor dem ersten Lockdown einloggte und sah, was da erstaunlich viele Menschen in meinem „Facebook-Freundeskreis“ so für Mist von sich geben.

Mir war sicherlich klar, dass die wenigsten meiner „Facebook-Freunde“ wissen wollten, was ich über die Sache denke oder sich Gedanken darüber machen, wie andere sich gerade fühlen. Doch was ich tatsächlich zu sehen bekam, überbot meine Worst-Case Szenarios bei weitem.

Ich hatte damit gerechnet, dass ich vielleicht maximal 20 Kontakte haben würde, die eventuell seltsame Dinge posten würden… Beim einloggen und drüber schauen entpuppten sich meine gefühlt 20 Kontakte eher so als 200 inklusive Familienangehörige. Wie geht man damit um, wenn Teile der Familie plötzlich Verschörungstheorien aufsitzen, dass lauthals in die Welt schreien und dich plötzlich in Grund und Boden schämst, weil es dir peinlich ist?

Wie reagiere ich auf Menschen, die ihrem Narzissmus fröhnen und andere Meinungen schlicht nicht zulassen indem sie mit Wut, Aggression und Drohungen reagieren – nur weil ich eine eigene Meinung habe? Das war vermutlich meine zentrale Frage.

Ich habe mir all diese Fragen selbst beantwortet und meine Antwort war klar und deutlich: Kontaktabbruch im echten Leben sowie aus der Freundesliste entfernen. Und nein, ich fand das nie unhöflich oder diskriminierend, denn wenn ich wildfremden Menschen eine Ohrfeige verpasse weil sie eine andere Meinung haben als ich, dann würden das diese fremden Menschen auch mit mir so machen.

Ich nenne das normales, soziales Verhalten. 😉 Abgesehen davon: 0% haben bemerkt, dass ich sie aus meiner Kontaktliste gelöscht habe. Jede und jeder hätte auf mich zukommen können und hätte das Gespräch suchen können. Passiert ist das genau 1 Mal. Da es sonst niemand getan hat, kann es also nicht so schlimm oder schockierend gewesen sein.

Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

Am meisten nervt mich jedoch diese Verkaufsmanie. Das betrifft absolut alle Social Media Kanäle von Pinterest bis LinkedIn. Egal wer die Zielgruppe ist und welche Plattform du nutzt… Es geht einfach nur darum, dir etwas zu verkaufen. Was definitiv nach hinten gestellt wurde und schon länger wird ist die Tatsache, dass auf Social Media Menschen sind und es Sinn macht sie auch wie Menschen zu behandeln. Stattdessen wird man von einer Verkaufsbotschaft nach der anderen überrollt. Völlig egal ob in Gruppen, auf Seiten oder Privatprofilen: Überall musst du dran glauben.

Dazu nimmt auch noch die Häufigkeit zu. Was einmal mit 1 Botschaft pro Woche pro Person begonnen hat ist jetzt eher so .. bei 3 Botschaften pro Woche pro Person. Nur… das ich und auch viele weitere Menschen Social Media überhaupt nicht für ihr Shopping nutzen. Zumindest nicht immer und auch nicht vorrangig. Mal abgesehen davon, dass Verkaufsbotschaften das verdrängen, worum es auf Social Media geht… Nämlich ums „Social“.

Social Media ist voll von Menschen!

Warum sind Menschen auf Social Media unterwegs? Weil sie sich austauschen möchten, Gespräche führen wollen. Und wenn du denkst, dass das ja ganz leicht geht, dann täuschst du dich. Denn Raum für echte Gespräche gibt es kaum. In öffentlichen Diskursen nehmen insbesondere seit Corona die persönlichen Beleidigungen, das Mobbing und auch Übergriffe in der realen Welt zu. Es wundert also wenig, dass viele Menschen sich aus diesen Gesprächen zurückziehen, weil sie Angst davor haben selbst angegriffen zu werden, einfach nur weil sie ihre Meinung gesagt haben.

Inzwischen auch gängig ist die Praxis Gespräche einfach durch Moderation und Sperrung zu beenden, wenn die Meinung nicht passt – unabhängig davon ob das Gespräch gerade auf sachlicher Ebene geführt wurde oder eben nicht. Es kann nicht mehr wertfrei und offen diskutiert werden und auch eine andere Meinung akzeptiert werden.

Gleichzeitig nimmt auch die strategische und gezielte Verbreitung von Falschnachrichten zu. Auch das vertreibt einige aus den sozialen Medien – denn wenn ich mir nicht mehr sicher sein kann ob mein Nachbar eigentlich noch weiß wovon er da spricht und ob ich nicht eventuell doch komplett krassen Fake-News ausgesetzt bin… ja, dann fühlt man sich eventuell doch sehr unsicher und verlässt lieber den Raum anstatt sich noch weiter damit zu konfrontieren und ggf. sinnfrei darunter zu leiden. Sicher ist schließlich sicher!

Kurz gesagt: Auf Social Media tummeln sich eher sogar zu viele Menschen gleichzeitig. Und weil man sich immer stärker und immer besser selbst schützen muss, macht es für viele keinen Spaß mehr oder auch keinen Sinn mehr, sich dort auszutauschen.

Oberflächlichkeiten und Ablenkungen auf Social Media

Ja, auch das ist ein Problem. Zumindest für mich. Wenn es darum geht konkret an Gesprächen teilzunehmen, dann ist das auf Social Media nicht nur wegen der vielen Menschen, der erhöhten Intoleranz und Unsachlichkeiten so. Die wirklich guten Gespräche werden durch Werbebotschaften und unwichtigem Zeug wie Snack Content verhindert und Menschen permanent abgelenkt und sinnfrei unterhalten.

Du musst schon ganz bewusst und aktiv eine Gruppe aufrufen, um überhaupt darüber informiert zu werden, wenn dort gerade jemand was gepostet hat…

Gespräche bekommst du teilweise erst nach 30 Kommentaren unter einem Posting mit, davor war ja alles unwichtig. Zumindest für den Algorithmus. Und wenn du einfach nicht informiert wirst, kannst du logischer Weise auch nicht daran teilnehmen. Manchmal ist das ganz sicher gut – und oft genug ist es nicht so gut.

Auch auffällig sind die vielen oberflächlichen Gespräche und die überflüssigen Lobhudeleien. Nicht, dass ich etwas gegen ein Lob aus meiner Community habe! ABER: Wenn alle Gespräche ungefähr so aussehen: „Oh, das hast du richtig toll geschrieben! Ich hab den Beitrag gerne gelesen!“ – „Danke dir!“ – [Ende des Gesprächs] .. ja, dann wird es schon sehr eng.

Denn in aller Regel schreibe zumindest ich meine Blogartikel, weil ich mich mit dir austauschen und unterhalten möchte. Oder ich schreibe sie, weil ich dich mit meinem Wissen unterstützen möchte. Es ist dann schon ganz schön hart zu sehen, dass das der Großteil gar nicht möchte… und dann stellt sich automatisch die Frage: „Was soll ich dann hier noch? Ich möchte meine Zeit viel lieber mit denen verbringen, die mich als Person und mein Wissen wertschätzen!“

„Ich habe kaum Zeit für die wichtigen Dinge!“

Das wurde mir letztens einmal von einer Bekannten gesagt. Um die Aussage in Relation zu setzen: Meine Bekannte ist selbstständig, so wie ich. Ihr hauptsächlicher Kanal für Kontakte im Rahmen ihrer Selbstständigkeit IST Social Media. Sie berichtete mir, dass sie im Grunde nur damit beschäftigt sei, Posts und Inhalte für Social Media vorzubereiten um ihre Kanäle dort zu bedienen. Aber sie habe kaum bzw. nicht genügend Zeit für die wichtigen Dinge.

Auf meine Nachfrage hin, was denn für sie „wichtiger“ sei als auf Social Media Präsenz zu zeigen, antwortete sie mir doch recht klar: Endlich die Strategie vollständig umsetzen – insbesondere ihre Webseite hat ihr Sorgen gemacht, weil dort nicht alles okay war.

Aber auch ein tolles Freebie erstellen und endlich einmal dieses zu bewerben. Im Grunde genommen sind ihr 100.000 andere Dinge eingefallen, die irgendwie sinnvoller wären, als ein Posting auf Social Media. Ich persönlich hatte auch den leichten Eindruck, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlt, weil sie ständig posten soll.

Die Empfehlungen „gängiger Experten“ lautet ja auch, tägliches Posten, damit dich der Algorithmus ausspielt. Aber was ist mit denjenigen, für die das einfach (noch) zu viel ist oder die nicht wissen, wie sie die Produktion von Inhalten oder auch ihre betrieblichen Systeme automatisieren können? Wie sie Inhalte wieder verwerten können?

Meine Perspektive auf die Zukunft von Social Media

Ich denke, dass sich diese Menschenmassen auf Social Media wieder verringern werden. Subjektiv betrachtet sieht es für mich so aus, als ist das schon im Gange – zumindest auf einigen Plattformen. Auffällig ist hier für mich auch Facebook – aus persönlicher und subjektiver Sicht heraus. Und ich weiß, dass es nicht nur mir so geht. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wünsche ich mir, dass wir wieder mehr Gespräche führen, es schaffen wieder zurück zum Anstand zu finden und wertfreier miteinander umgehen können.

Für selbstständige, die auf Social Media unterwegs sind und präsent sein wollen, möchte ich lediglich ein Zitat anbringen:

💡 Märkte sind Gespräche.

💡 Die Märkte bestehen aus Menschen, nicht aus demographischen Segmenten.

💡 Gespräche zwischen Menschen klingen menschlich. Sie werden in einer menschlichen Stimme geführt.

💡 Ob es darum geht, Informationen oder Meinungen auszutauschen, Standpunkte zu vertreten, zu argumentieren oder Anekdoten zu verbreiten – die menschliche Stimme ist offen, natürlich und unprätentiös.

💡 Menschen erkennen sich am Klang dieser Stimme.

Das Cluetrain Manifesto: https://www.cluetrain.com/auf-deutsch.html

Wo fährt er jetzt also hin, dieser Social Media Zug? Wie sieht die Zukunft aus? Ich denke das sich der Trend, hin zu kleinen Gemeinschaften verstärken wird. Das ist bereits zu beobachten. Und auch ich muss mir eingestehen: Ich will nicht mehr Teil von großen Gruppen oder Kursen sein, in der mehrere Tausend Menschen dauerhaft Lärm produzieren und mich überfordern.

Spätestens seit Corona habe ich zwei grundsätzliche Strategien verstanden:

  • Ich kann auf Reichweite ergo Masse gehen
  • Ich kann in die Tiefe gehen ergo Intimität und Kleingruppen

Und ich durfte auch lernen, was ich das in Bezug darauf selbst gerne hätte: Einen kleineren Rahmen und dafür mehr Tiefe. Ich persönlich schätze den Austausch in kleinem, intimen Rahmen. Ohne Werbeunterbrechungen und sonstigen Ablenkungen. Ich unterhalte mich gerne und ausgiebig mit wenigen Menschen, für die ich mich dann auch aufrichtig interessiere und einsetze.

Meine Social Media Nutzung stelle ich deswegen aber nicht ein. Ich werde aber die Art es zu nutzen vollständig verändern. In Zukunft möchte ich zwar meine Freebies über Ads mit einem geringen Budget bewerben, aber meine Facebook-Seite werde ich still legen. Warum? Weil mir dort die wenigsten folgen und die wenigsten meine Beiträge sehen.

Stattdessen werde ich Blogartikel und Gedanken direkt in meinem Privatprofil teilen. Mein Privatprofil wird dafür auch persönlich geführt. Das bedeutet ich lasse dich auch mal hinter die Kulissen meines Alltags blicken. Denn dafür sind Privatprofile schließlich da.

Was ich mit meinem Instagram Account machen werde, ist mir noch nicht klar. Ich möchte aber in jedem Fall mehr Videos für meine Blogartikel machen, mich auf meinen Blog konzentrieren und seine Qualität verbessern (also mehr in die Tiefe gehen). Und ja, natürlich möchte ich Gespräche führen! Dafür suche ich übrigens noch Gesprächs-Partner*innen. Wenn du Interesse hast, dann melde dich gerne unter hey (ät) starke-mamas . de bei mir. 😉

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Magst du lieber die große Auswahl oder eine kleine Gruppe mit guten Gesprächen?

Fotografin Natalie Garbotz
4 Kommentare
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  • Anna Koschinski17. Mai 2022 - 13:01

    Spannend! Ich möchte weg von der schnellen, hin zu der „intimeren“ Kommunikation. Ich möchte den Austausch über E-Mail (wieder) etablieren. Denn ich glaube, dass das schnell-schnell „oh, das hast du aber schön geschrieben“ eben niemandem weiterhilft. Das streichelt das Ego, macht die Kommunikation aber nicht besser. Ich möchte vertiefen. Und ich möchte echte Meinungen. Keine polierten „bling-bling-hier liest ja jeder mit“-Kommentare. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!AntwortenAbbrechen

    • Natalie17. Mai 2022 - 13:15

      Hallo Anna! Erst einmal Dankeschön fürs antworten! 🙂 Deine Antwort ist eine sehr gute Zusammenfassung dessen, was ich im Moment denke. 😉
      Und ja: Ich habe einige Ideen wie ich das umsetzen kann, so dass ich am besten arbeiten kann und das Beste für Kunden rausholen kann. Das hat jetzt zwar einiges an Hirnschmalz in Anspruch genommen – aber es war ein Erfolg. 😉AntwortenAbbrechen

  • Christine4. Mai 2022 - 14:50

    kleine Gruppen und ehrliche TiefeAntwortenAbbrechen

    • Natalie4. Mai 2022 - 16:03

      Christine, ich sehe das genauso. Lieber klein, dafür aber fein. <3 Dankeschön für deine Antwort!AntwortenAbbrechen

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Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines 5 jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Daher berichtet sie hier im Blog genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

 

Natalie arbeitet als Fotografin und ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.

 

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