Mein Start in die Selbstständigkeit als Mama

Selbstständigkeit als Mama

Wie die Idee für die Selbstständigkeit als Mama entstand

Ich war in jungen Jahren, direkt nach der Ausbildung zur Fotografin, schon einmal selbstständig. Und es hatte mir einen riesen Spaß gemacht, auch wenn diese Selbstständigkeit nur ungefähr 12 Monate andauerte. Das lag an meiner Unerfahrenheit im Umgang mit Ideen, mit dem Starten von Unternehmen und ja, auch weil ich viele Dinge einfach nicht wusste.

Als ich mich wieder in eine feste Arbeitsstelle begab, nahm ich mir vor, es beim nächsten Mal besser zu machen. Aber was heißt besser eigentlich? Hm.

Mit Anfang dreißig war ich noch immer als Fotografin angestellt und tourte durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ein langweiliger Job. Als Gegenleistung konnte ich viel reisen, was mir wiederum sehr gefiel. Es war gerade Ende Januar und ich war in meiner „alten“ Heimat, um genauer zu sein: In Ulm. In Ulm habe ich auch meine Lehre zur Fotografin gemacht, es war also ein Heimspiel, auch wenn ich nicht mehr in der Region lebe und kaum mehr Verbindungen dorthin habe. Und dann passierte es: Mir wurde schlecht. Mein erster Gedanke: „Oh, du hast dich mal wieder bei einem Baby angesteckt – nichts ungewöhnliches. Es ist ja Ende Januar und es sind sowieso alle krank!“

Ich hielt die Woche tapfer durch, doch richtig besser werden wollte es nicht mit meiner Übelkeit. Ende der Woche baute ich also ab und plante einen Termin beim Arzt ein, schließlich bräuchte ich dann eine Krankschreibung. Doch, der lief etwas anders ab als ich dachte. Ich wurde im ersten Schritt dazu aufgefordert einen Schwangerschafts-Test zu machen. Den ich vehement verneinte, denn das konnte überhaupt nicht sein. Mein Gegenüber gab allerdings nicht im geringsten nach, forderte mich insgesamt 5x Mal während des Gesprächs zum Schwangerschafts-Test auf und sagte mir, dass eine weitere Behandlung erst erfolgt, wenn ich einen negativen Test vorweisen kann. Aber wenigstens bekam ich ein Mittel gegen Übelkeit. 😉 Ha!

Es stellte sich heraus, dass ich tatsächlich schwanger war. Und ich konnte das so gar nicht glauben, das war nahezu unfassbar. Die Details meiner Schwangerschaft spare ich mir. Aber meine Schwangerschaft war der Punkt in meinem Leben, an dem ich mir die Frage stellen musste: „Will ich so wirklich weiter machen?“. Und meine Antwort lautete glasklar: NEIN. So viel Spaß mir mein Job auch gemacht hatte, mit einer Familie konnte ich ihn mir nicht länger vorstellen. Es war normal, dass ich die ganze Woche weg war und nur Sonntag zu Hause war. Manchmal waren es sogar 2 Wochen am Stück. Wie soll das funktionieren?

Auch mein früherer Arbeitgeber gab mir einen nachdrücklichen Schubs: Er meldete während meiner Elternzeit Insolvenz an, ein Investor wurde leider auch nicht gefunden. Es war aus meiner Sicht also nur normal, mich aus meiner Schockstarre zu lösen und darüber nachzudenken wie ich jetzt weiter machen möchte.

Ich mache mich in meiner Elternzeit selbstständig!

Natürlich durchwühlte ich zuerst die Stellenanzeigen… und fand nichts. Ich bewarb mich auch, … und wurde abgelehnt. Also, was jetzt? Ich wollte ohnehin wieder eine Selbstständigkeit wagen und mir etwas aufbauen – warum also nicht jetzt? Oder geht doch keine Selbstständigkeit als Mama!? Ich war mir unsicher, beschloss dann aber, diese Unsicherheit zu ignorieren. Gesagt – getan. Ich nutzte meine Elternzeit aktiv um mich auf meine Selbstständigkeit vorzubereiten.

Mein Ziel? Die Möglichkeit etwas aufzubauen, dass keine 40 Stunden pro Woche beansprucht und mir die Möglichkeit gibt, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Denn das ist heute leider immer noch nicht selbstverständlich.

Die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit

Wie vermutlich alle, habe ich meine ersten Schritte damit zugebracht zu recherchieren. Wo bekomme ich Hilfe? Wenn ich eine Existenzgründungsberatung in Anspruch nehmen möchte, wo bekomme ich die? Gehöre ich jetzt zur Handwerkskammer oder bin ich freischaffende Künstlerin? Ab wann brauche ich einen Gewerbeschein? Und so weiter. Alles Fragen, die mich umgetrieben haben.

Auf Plattformen wie existenzgruenderinnen.de und gruenderinnenzentrale.de bekam ich im Grunde alles Wissen, dass notwendig war um zu gründen. Und ich dachte, dass sei alles. Was einfach nicht stimmte, wie ich später herausfand.

Mit Feuereifer schrieb ich meinen Businessplan. Ich ließ mich von der HWK beraten, was tatsächlich viel besser war als gedacht. Am Ende herausgekommen war eine Selbstständigkeit als Fotografin und eine Spezialisierung auf Neugeborene, Babys und Kinder. Das das nur an meiner Schwangerschaft lag, wage ich zu bezweifeln. Denn auch in meinem vorherigen Job fotografierte ich … Tadaaaa (!): Neugeborene, Babys und Kinder bis 6 Jahre. Wie du siehst: Meine Geschäftsidee triefte regelrecht vor Innovation, es war allen eine Freude! Insbesondere mir.

Nachdem mein Businessplan fertig war, machte ich mich an die eigentliche Arbeit. Ich entwickelte meine Angebotspakete, kalkulierte Preise, usw. Darin war ich schon immer recht sicher, ich kannte die verschiedenen Berechnungsarten und wusste auch, welche Infos und Zahlen vorab notwendig waren. Diese Phase schloss ich recht zügig ab.

Und vielleicht fragst du dich jetzt:

„Wann hast du das mit Logo und den Farben gemacht?“. Die Frage ist berechtigt. Ich habe das alles bereits parallel zur Erstellung des Businessplans gemacht. Ich bin sogar noch weiter gegangen, im Grunde hatte ich vorab 2 komplette CI’s mit Logo entwickelt die auch noch 2 verschiedene Geschäftsmodelle und Ideen zugrunde liegen hatten. Mit Nummer 2 ging ich dann an den Start.

Die Umsetzung meines Businessplans

Als ich endlich mit allem durch war, ging es in die Umsetzung. Ich erstellte eine Webseite, meldete eine Facebook-Seite an, holte mir einen Google my Business Account, richtete auf meiner Webseite einen Blog ein und legte los.

Dann war meine Webseite online, die ersten Posts geschrieben. Und es passierte… nix. Jemand, der bereits öfter Konzepte und Ideen für Neugründungen erarbeitet hat, bekommt jetzt ganz sicher einen Lachanfall. Aber das Beste daran ist ja, ich dachte ich könnte das inzwischen besser als beim ersten Mal. Sind wir mal ehrlich: NEIN. Konnte ich nicht!

Was tust du also, wenn du keine Kunden bekommst? Richtig! Du betreibst Marketing. Meine Accounts waren ja alle eingerichtet – also setzte ich den Fokus genau darauf: Facebook und Google my Business. Und weil ich nicht wusste, worüber ich schreiben sollte und für einen Artikel einen vollständigen Tag brauchte, ließ ich das mit dem Bloggen erst mal bleiben. War jetzt nicht so meins.

Ich dachte: „Wenn ich sichtbarer werde, bekomme ich mehr Kunden.“

Nach 6 Monaten war klar: Das wird wieder nichts. Woran das lag? Ich wusste es nicht. Auch wenn ich leise eine Stimme hörte, sie aber geflissentlich ignorierte.

Was ich aber sehr wohl wusste, war, dass ich mir darüber Gedanken machen musste und das ich daraus lernen musste. Während dieser Phase wurde dann auch noch eine Malware auf meiner Webseite entdeckt und Facebook sperrte dann sogar meine Seite. Ich nahm es als Omen und löschte meine Webseite und legte die Facebook-Seite still. Und auch meinen Google My Business Account legte ich auf Eis.

Was du hier gerade gelesen hast, ist ein Paradebeispiel für: „So machst du das bitte nicht!“. Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass du vermutlich 99,9% nur die Geschichte vom Erfolg erzählt bekommst. Was selten zu finden ist, ist die Geschichte des Scheiterns, die Geschichte von Misserfolg. Ich will meinen Misserfolg aber sehr wohl zeigen, weil ich mir sicher bin, dass andere daraus lernen können. Und: Ich will dir auch zeigen, was ich dann tatsächlich daraus gelernt habe und wie ich mir diese Erkenntnisse selbst erarbeitet habe und dann genutzt habe.

Dieser Artikel ist der Einstieg in eine ganze Reihe von Artikeln, in denen ich meine Erfahrung weitergeben möchte.

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    Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines 5 jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Im Blog schreibt genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

     

    Natalie arbeitet als Social Media Managerin & Fotografin. Sie ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.