Warum ich meine Angst und meine Zweifel liebe!

Warum ich Angst liebe: Beitragsbild, Natalie verdeckt sich das Gesicht, Schwarz-Weiß-Foto vor schwarzem Hintergrund.

Angst ist super, weil ich weiß woran ich noch arbeiten muss!

Immer dann, wenn ich Angst bekomme ist das für mich eine Einladung mal genauer hinzusehen. Warum habe ich Angst? Was liegt wirklich dahinter? Ich kann mit Fug und Recht sagen: Ich liebe meine Angst. Denn wenn ich genauer hinschaue, erlaubt sie mir einen tieferen Einblick in mich selbst. Ich kann erforschen und sehen, was dahinter liegt und kann – sofern ich das möchte – auflösen. Ich kann daran arbeiten.

Aber wie kommt man überhaupt dazu über Angst mit sich selbst zu interagieren? Naja, der Punkt ist der: Jeder von uns hat Gefühle. Bei mir ist es Angst. Bei jemand anderem vielleicht vorrangig Wut, Neid oder ein anderes Gefühl. Das was ich hier für meine Angst beschreibe, kann mit jedem anderen Gefühl auch gemacht werden.

Wenn ich also herausfinden möchte, woran ich noch arbeiten muss – was mache ich dann? Ich persönliche gehe in mich. Ich schotte mich für einen gewissen Zeitraum völlig ab. Das heißt ich lese nichts auf Social Media, ich gehe meist auch in keine externen Interaktionen. Ich ziehe mich völlig in mich selbst zurück. Und dann nehme ich das Gefühl und gehe damit meditieren. Ich spiele meine Angstsituation immer wieder durch, analysiere sie und schaue, was mir dabei auffällt. Ich beobachte mich und meine Angst. Allein durch die Beobachtung meiner Gefühle und meinem Verhalten in dieser Angst-Situation lässt sich bereits einiges ablesen. Und mit der Zeit kommst du hinter dein Problem. Und damit lässt sich verdammt gut arbeiten.

Wenn du also auch herausfinden möchtest, woran du noch arbeiten musst, dann solltest du aus meiner Sicht auf diese Dinge hier achten:

  • Was genau hat deine Angst in der Situation X ausgelöst?
  • Welche Reaktion hast du aufgrund deiner Angst gezeigt? Warst du gelähmt? Bist du weggerannt? Hast du anderen Vorwürfe dafür gemacht?
  • Welche grundlegende Angst liegt hinter dieser Situation? Hast du Angst vor Ablehnung, Verrat, Verletzung, Ohnmacht? Versuch es herauszufinden indem du die Angst-Situation genau anschaust!

Angst ist super, weil sie mir meine Grenzen zeigt!

Alles hat ein Ende. Es gibt auch bei deiner Angst klare Grenzen. Fakt ist, dass einige Ängste sehr gesund sind. Diese Ängste markieren klar deine Grenzen. Und diese Grenzen solltest du in aller erster Linie annehmen und akzeptieren. Doch bitteschön… was unterscheidet denn jetzt eine Angst mit der ich arbeiten kann von einer, die mir meine Grenzen aufzeigt?

Coole Frage, oder? 😉 Das Schöne daran ist: Du selbst markierst deine Grenze. Und dennoch ist uns allen klar: Wenn ein hungriger Löwe vor dir steht, dann ist es sinnvoll zu rennen, anstatt deine Angst durch Meditation “weg zu bekommen”. 🙂 Einfach gesagt: Jedewede Angst, die dein konkretes Überleben sicherstellt, ist eine sinnvolle Angst! Nimm die Beine in die Hand und renn!

Für alle anderen Ängste gilt: Es ist deine persönliche Entscheidung ob du damit gut leben kannst und ob du gerade mutig genug bist, durch deine Angst zu gehen. Denn bist du durch deine erste Angst durch, dann wird die nächste kommen. Und mit jedem Mal kann diese Angst heftiger werden. Die Frage ist also immer:

  • Wie mutig bist du?
  • Schaffst du das jetzt gerade?
  • Traust du dir das selbst gerade zu?
  • Wie stark beeinflusst diese Angst dein Leben / Alltag?
  • Ist es also etwas, dass dich stark beeinträchtigt oder ist es eher was so am Rande?

Angst ist super, weil sie mich anspornt über mich hinauszuwachsen!

Insbesondere wenn wir von Lampenfieber sprechen oder von Dingen, die ich das erste Mal mache. Also Dinge, in denen ich noch unsicher bin. Ich bin über mich hinaus gewachsen, als ich meine Selbstständigkeit gegründet habe. Alles war neu, in allem war ich unsicher. Es war oft schnell überfordernd und dennoch wollte ich es unbedingt.

Ich hatte Panik vor Social Media Marketing, weil ich nicht wusste wie ich es nutzen sollte. Ich hatte keine Ahnung von einer Marketing-Strategie und ich wusste auch nicht, wie ich sichtbar sein soll. Marketing: Das rote Tuch schlechthin in meiner Selbstständigkeit. Im speziellen zu Beginn.

Ich hatte keine Ahnung davon, was ich mit dem Geld machen sollte, dass ich verdiene. Wie gehe ich sinnvoll damit um? Und wie viel davon darf ich überhaupt ausgeben? Kontenplan? Häääää? Finanzielle Bildung? Wtf?! Steuern???? Buchhaltung!? Whoa!

Ich hatte auch keine Ahnung davon, wer meine Kunden sind, wie ich einen Markt bearbeiten kann und muss, usw. Es mangelte gerade zu Beginn an Bildung ich wusste das!

All diese Ängste und Überforderungen sind einfach nur geil! Denn sie spornen dich dazu an über dich hinauszuwachsen! Klein beigeben? Ich garantiert nicht! Scheiß auf meinen Hauptschulabschluss! Scheiß auf meine Ausbildung! Du gehst jetzt da raus und beweist allen, dass das auch kannst! Just go for it!

Aus diesen ganzen Überforderungen ist übrigens auch meine Liebe zu Büchern entstanden. Ich hatte selten Hilfe von anderen. Und wenn mir jemand etwas erkläre, war es auch oft so, dass ich es entweder nicht verstanden habe oder es einfach nicht umsetzen konnte. Für mich hat sich der Weg über lesen / Bücher als der effektivste Weg erwiesen. Ich bin sehr gut darin etwas zu lesen und es dann umzusetzen, auszuprobieren und dann zu optimieren.

Genau für solche Dinge sind Überforderungen super: Sie zwingen dich zur Handlung und spornen dich an. Du lernst deine Stärken dadurch sehr gut kennen. Und es gibt dir so einiges an Selbstvertrauen mit. Nutze das für dich!

Warum ich Angst liebe: Natalie schaut direkt in die Kamera und hält von unten her etwas vor die Linse. Ihr Gesichtsausdruck ist geschockt-ängstlich. Schwarz-Weiß Foto vor schwarzem Hintergrund.

Angst ist super, weil sie viel Raum für Persönlichkeitsentwicklung bietet!

Und auch ganz generell: Ängste sind super. Denn egal welche Angst du gerade mit dir rum schleifst: Dadurch dass du sie genau anschauen kannst hast du IMMER die Möglichkeit dich in der Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Das gilt übrigens auch dann, wenn du unter Depressionen leidest.

Gerade in meiner Jugend litt ich unter mittelschweren Depressionen. Auch da hatte ich keine Hilfe. Und trotzdem: Plötzlich war ein kleines Stimmchen da und sagte mir: “Wenn die anderen ein Recht darauf haben, glücklich zu sein, dann hast du auch ein Recht darauf.”

Wenn du solche kleinen Sätze hast: Halte daran fest. Hol sie immer wieder raus, kleb sie dir am besten an die Wand und lies sie jeden Tag. Wir alle sind Menschen. Jeder einzelne hat das Recht darauf glücklich zu sein. Und was Glück für dich persönlich bedeutet entscheidest DU höchstpersönlich. Und sonst niemand.

Wichtig dabei ist nur, dass du dir selbst immer klar darüber bist, dass du selbst das in der Hand hast. Dich kann niemand zu etwas zwingen. Du kannst jederzeit dein Umfeld wechseln indem du in eine andere Stadt ziehst. Du kannst jederzeit in eine andere Wohnung ziehen, die näher am Wald liegt oder sonstwo. Du hast jederzeit das Recht, deinen Job auszutauschen. Und du hast auch jederzeit das Recht dich mit den Menschen zu umgeben, die dich zu schätzen wissen und dir gut tun.

Niemand zwingt dich, dir von irgendwelchen Deppen tagtäglich anzuhören wie scheiße du bist!

Niemand zwingt dich, in Situationen zu verweilen die du persönlich voll kacke findest. Geh und mach die Tür zu!

Angst ist super, weil ich mich darüber selbst kennenlernen kann!

Dadurch lernst du dich natürlich auch super kennen. Jetzt mal ehrlich: Wer bist du? Was magst du? Was magst du nicht so gerne? Was berührt dich? Und was ist dir egal? Was ist dir wichtig?

Beobachte dich und deine Ängste und du weißt es innerhalb kürzester Zeit. Cool oder?

Und was machst du mit diesen Erkenntnissen? Nun, du baust darauf dein Leben auf. Ist ja logisch. 😉 Wenn gerne tanzen magst, dann holst du mehr davon in dein Leben. Wenn du gerne in der Natur bist, dann sorge dafür, dass du mehr in der Natur bist. 😉 Ja, genau so leicht ist das. Alles durch ein bisschen Selbstbeobachtung. 😉

Du magst keine großen Menschenmengen? Dann meide große Konzerte und Veranstaltungen.
Ultras verunsichern dich? Dann gehst du besser nicht ins große Stadion…

Angst ist super, weil sie mich in er Tiefe aufrüttelt! Sie geht an deine Wurzeln!

Dennoch gibt es natürlich nicht nur oberflächliche Ängste. Es gibt auch Ängste die tief sitzen. Und auch diese Ängste sind super wertvoll. Auch sie sind dafür da, um dich darauf aufmerksam zu machen, dass da etwas nicht passt. Sind sie nun sinnvoll oder nicht? Keine Ahnung – du bist die Person die das entscheidet.

Schau dir auch diese Ängste und vor allem deine konkreten Blockaden an. Blockaden sind die Ängste, die unüberwindbar scheinen. Manchmal spürst du sie auch regelrecht körperlich. Gerade diese Ängste bieten nicht nur enorm viel an Energie und zeigen dir selbst, wie stark du bist. Nein, du kannst sie auch jederzeit auflösen, wenn die Zeit dafür reif ist! Denk mal darüber nach, wie viel Energie dann für andere Dinge frei wird, wenn du es schaffst und dich dazu überwindest. 🙂 Blockaden sind die Jackpots unter den Ängsten! Ha!

Blockaden sind super, weil dadurch Veränderungen in der Tiefe möglich werden!

Insbesondere Blockaden möchte ich noch einen letzten Absatz schenken. Denn wenn du sie wirklich auflösen kannst, wirst du mit Lebensqualität und Lebensfreude belohnt. Und ehrlich: Aus meiner Sicht gibt es keine bessere Belohnung als die Fähigkeit wieder lachen zu können, sich wohl zu fühlen in seiner Haut, offen auf meine Mitmenschen zugehen zu können und die Möglichkeit mich freier entfalten zu können!

Für mich persönlich ist genau DAS der größte Ansporn überhaupt. Die Belohnung heißt Glück, Lebensqualität, Lebensfreude und Optimismus! Ich liebe es zu lachen! Ich liebe es auch mal lächerlich zu sein! Ich liebe es zu spielen! Ich liebe es lachend durch die Gegend zu brausen und zu tanzen! Ich liebe es einen auf Bridget Jones zu machen! 🙂

In diesem Sinne:

Face your fears!

Es gibt ein Leben vor dem Tod!

Fotografin Natalie Garbotz
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    Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines fast 5jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Daher berichtet sie hier im Blog genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

     

    Natalie arbeitet als Fotografin und ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.

     

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