Warum ich Selbstporträts liebe?
Aus diesen 6 sehr guten Gründen!

Eventuell hast du dich bereits in meiner Blogkategorie “Fotoprojekte” umgesehen? Bestimmt ist dir aufgefallen, dass ich viele Fotoprojekte selbst fotografiere und gleichzeitig das Model dafür bin. 😉 Um genau zu sein sind es Selbstporträts. Das warf und wirft natürlich immer wieder warum ich Selbstporträts überhaupt fotografiere und nutze?

Tja, und das ist eine recht eigene Geschichte und rührt unter anderem von meinem persönlichen Lebenslauf her.

Selbstporträts stärken deine Körperwahrnehmung

Mit 21 beendete ich meine Ausbildung zur Fotografin an der Universität Ulm. Als ich dann die ersten Jobs als Fotografin annahm und in die weite Welt zog, bemerkte ich eine innere Instabilität und Unsicherheit. Die war natürlich schon zuvor da. In diesem Stadium wurde jedoch eine Art Deckel von mir genommen und diese Unsicherheiten und Instabilitäten verschafften sich ihren eigenen Ausdruck.

Zu Beginn machte ich mich auf, um selbst als Fotomodell häufiger vor der Kamera zu stehen. Da es nur ein Hobby war und ich oft für Anfänger vor der Kamera stand, war das immer angenehm und machte Spaß. Dabei entstanden oft schöne Bilder und ganz nebenbei trugen diese Sessions für mich dazu bei, dass ich meinen Körper besser einschätzen und kennen lernte. Ich bekam ein konkretes Gefühl für diverse Posen, die ich meinen eigenen Kunden vor der Kamera abverlangte.

Dadurch, dass die Bildergebnisse immer besprochen wurden und ich mir die Fotos auch anschauen durfte, bekam ich auch ein Gefühl dafür wie ich vor der Kamera wirke und wie mein Körper allgemein aussieht. Denn nein, ich schaue generell eher nicht in den Spiegel! 😉

Als ich später damit begann mich selbst zu fotografieren, behielt ich es bei, auch mal neue Posen selbst auszuprobieren bevor ich sie jemand anderem zumutete.

(c) Antje Uhlirsch

Selbstporträts laden zum experimentieren ein

Ja, da hast du richtig gelesen. Denn nicht nur Posen lassen sich vor der Kamera ausprobieren. Neben dem Posing probiere ich auch immer wieder die Arbeit mit verschiedenen Materialien und Stoffen aus. Denn: Nicht alle Materialien die für dein Auge und bei Tageslicht gut aussehen, sehen vor der Kamera gleich aus.

Das selbe gilt für Kleidung und Outfits. Es ist einfach ein Unterschied ob ich mich mit meinem Lieblingsoutfit einfach nur vor den Spiegel stelle oder ob ich mir die Mühe mache und ein Selfie oder gar ein Selbstporträt damit mache um herauszufinden wie es an mir aussieht.

Auch kann ich mittels Selbstporträts Dinge ausprobieren, die ich mich vor anderen Menschen nicht traue. Oder wenn ich eine Idee habe aber mir noch nicht sicher bin, wie diese umzusetzen ist. Dann ist es einfach super mal zum spielen loszuziehen und es einfach auszuprobieren. Denn wozu gibts denn bitteschön Stative? 😉

Selbstporträts laden also zum spielen, experimentieren und ausprobieren ein, ohne dass ich auf jemand zweites angewiesen bin. Das nenne ich eine perfekte Me-Time!

Selbstporträts stärken deinen Selbstwert

Exakt. Und zwar vor allem dann, wenn du deine Ergebnisse auch zeigst. Wie du das tust ist natürlich dir überlassen. Aber am besten suchst du dir ein für dich besonders schönes und gelungenes Foto aus. Benutze zur Präsentation ein besonderes Papier – hier bieten sich Fine-Art Papiere im speziellen an. Brich auch gerne Gestaltungsregeln. Es gibt keinen Grund ein Foto im Rahmen oder im Passepartout zu präsentieren, wenn du es langweilig findest!

Bearbeite das gedruckte Foto so wie du magst. Auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten 😉 Und dann hängst du dein persönliches Kunstwerk an einer gut sichtbaren Stelle in deiner Wohnung auf. Dahin, wo es wirklich jeder sehen kann, der durch deine Haustür kommt. Tja, und dann freust du dich über die Komplimente, okay? 🙂

Selbstporträts machen einfach Spaß

Das möchte ich jetzt auch nochmal anmerken. Die ersten echten und eigenen Selbstporträts ohne Hilfe machte ich dann als ich in Nürnberg war. Ich hatte in der Zwischenzeit gelernt Make-Up zu benutzen und anderen Frauen zu schminken. Und ich wendete das auch gerne auf mich selbst an. 😉

Nun, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. Als ich dann meine neue, kleine Wohnung in Nürnberg bezog, war ein kleines Räumchen ‘zuviel’. Ich entschloss mich, dass ich daraus ein Mini-Büro machen möchte. Dabei fiel mir dann nichts besseres ein, als eine Zimmerwand in Rosa anzustreichen und pinke Herzchen darauf zu malen. Später wurde diese Wand meine Lieblings-Foto-Wand.

Wenn ich mir überlege was ich für Tänze, Verrenkungen und Pseudo-Gesangseinlagen vor dieser Wand vollführt habe, muss ich bis heute lachen. Aber ja: Es hat halt einfach Spaß gemacht!

Selbstporträts kommunizieren, was du nicht sagen kannst

Ich versuche bereits mein ganzes Leben besser zu kommunizieren. Meine eigenen Wünsche spreche ich generell wenig bis überhaupt nicht aus. Was für meinen Beruf hervorragend ist, weil ich keine Probleme damit habe anderen ihre Wünsche zu erfüllen, wird in zwischenmenschlichen Beziehungen die mich persönlich betreffen zum Problem. Es führt einfach schnell zu Missverständnissen!

Und dann gibt es da auch noch Dinge, über die will man gar nicht sprechen. Oder man weiß einfach nicht, wie man sich denn jetzt am besten ausdrücken kann oder soll, weil einem die Worte fehlen. Überhaupt: Wenn ich darüber nachdenke gibt es regelmäßig Situationen in denen ich mich nicht so ausdrücken kann, wie ich es gerne hätte.

In solchen Momenten greife ich zur Kamera. Denn beim fotografieren finde ich häufig eine Beschreibung für das, was ich eigentlich sagen möchte. Tja… So ist das.

Selbstporträts dienen deiner Selbstreflexion

Das ist sogar ein sehr erheblicher Teil! Er trifft vor allem dann zu, wenn ich Selbstporträts einsetze um Dinge zu kommunizieren, die ich nicht sagen kann. Oder wenn es darum geht Gefühle generell auszudrücken und das dann in einem Bild zu kommunizieren.

Ohne Selbstreflexion und Brainstorming von Ideen, Umgebungen, Materialien und Requisiten kommt man hier nicht weiter. Wie soll ich denn ein Gefühl in einem Bild (so ganz generell!) erzeugen, ohne mir vorher darüber Gedanken zu machen, WAS es genau braucht damit das Gegenüber das selbe fühlen kann?

Meine eigenen Gefühle sind hier eine wahre Fundgrube! Denn fühlen ist ein Prozess. Es gibt immer etwas, dass mein Gefühl auslöst und manchmal gibt es Faktoren die mein Gefühl verstärken oder abschwächen. Und genau diese Prozesserfahrungen nimmst du, denkst darüber nach und findest Lösungen für deinen Bildaufbau und dein Bildkonzept.

BONUS-TIPP: Selbstporträts dienen deiner Selbstironie

Denn: Wenn du deine Bilder gemacht hast, dann schaust du sie hin und wieder an. Und ehrlicherweise mache ich mich selbst ganz schön oft ein bisschen lustig darüber. Ja, ich reflektiere sehr viel. Aber es fällt mir auch das ein oder andere auf. Und dann muss ich darüber lachen. Gerade in schwierigeren Zeiten krame ich diese Nummer gerne mal aus. Das sieht man allein an diesem Blogbeitrag. 😉 Und ja, es tut mir gut mich über mich selbst zu amüsieren. 😉

Und noch besser dabei: Ich denke gerade ernsthaft darüber nach ob ich ein weiteres Fotoprojekt starten sollte. “50 shades of duckface” wäre doch ein guter Name? 😀

Fotografin Natalie Garbotz
Fotografin Natalie Garbotz
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Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines fast 5jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Daher berichtet sie hier im Blog genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

 

Natalie arbeitet als Fotografin und ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.

 

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