Was ist eine nachgeburtliche Erschöpfung?

Wie so manche in meinem direkten Umfeld weiß, ging es mir nach meiner Geburt lange nicht besonders gut. Und genau darum schreibe ich diesen Artikel. Denn was mir passierte, ist weder ein Babyblues noch eine Wochenbettdepression gewesen.

Ich litt unter “nachgeburtlicher Erschöpfung” die leider nicht erkannt wurde. Aber beginnen wir erst einmal von vorne. Was ist eine nachgeburtliche Erschöpfung eigentlich ganz genau?

Ab wann es eine nachgeburtliche Erschöpfung ist

Sobald dein Baby auf die Welt gekommen ist, bist du eine sogenannte Wöchnerin. Du bist also im Wochenbett. Das Wochenbett dauert 30 Tage bzw. 4 Wochen und bezeichnet den Zeitraum in dem sich eine frisch gebackene Mutter schonen sollte. Und ja, am besten im Bett. Du hast während dieser Zeit genau zwei Aufgaben: Dich ausruhen und dein Neugeborenes stillen / füttern.

In diesem Zeitraum ist es normal, dass ein Babyblues eintritt. Mal mehr, mal weniger. Die Hormone spielen verrückt und lassen dich einfach mal so losheulen. 😉 Insgesamt sind davon rund 80% aller Mamas unmittelbar nach der Geburt betroffen.

Sind deine Beschwerden und deine Erschöpfung nach deinem Wochenbett nicht verschwunden, dann nennt man das eine nachgeburtliche Erschöpfung. Sie kann direkt im Anschluss zum Wochenbett “weitergehen” oder erst etwas später auffallen. Auch die Symptomlage kann sich verändern. Manches geht, anderes kommt.

Es ist auch möglich, dass sich eine nachgeburtliche Erschöpfung bereits in deiner Schwangerschaft angekündigt hat. In meinem Fall war es eine übermäßig starke Schwangerschaftsdemenz, die mich stellenweise sogar vergessen ließ wo ich mich gerade befinde. Doch bevor ich unter starker Vergesslichkeit litt, litt ich unter starkem Erbrechen und war deswegen sogar mehrere Tage im Krankenhaus.

Starkes Erbrechen und langes “nicht essen können” sorgt letzten Endes dafür, dass deine Nährstoffdepots zügig geleert werden. Und nicht jede Mutter schafft es dann noch, diese ausschließlich über gesunde Ernährung wieder aufzufüllen. Sind deine Nährstoffdepots bereits bei der Geburt leer, wird das leicht zum Problem.

Kann ich eine nachgeburtliche Erschöpfung selbst erkennen?

Ja, natürlich. Zuerst einmal daran, dass du nach deinen 4 Wochen im Wochenbett kaum eine Verbesserung deines Gemütszustandes feststellst. Du fühlst dich nach wie vor erschöpft, hast vielleicht immer noch hormonelle Stimmungsschwankungen, etc.

Es kann aber auch so sein wie bei mir: Nach dem Wochenbett geht es dir eigentlich ganz gut. Jedoch bemerkst du zu einem späteren Zeitpunkt Symptome, die dir seltsam vorkommen. In meinem Fall traten diese Symptome ca. 6-12 Wochen nach der Geburt auf und wurden schleichend stärker.

Dir fällt in jedem Fall auf, dass etwas “nicht stimmt”. Es kann gut sein, dass du es nicht genau erklären kannst, wenn du konkret danach gefragt wirst. Das wirkt sich in jedem Fall negativ aus, denn Ärzte können nur mit deutlichen und klaren Symptomen etwas anfangen.

Welche Symptome können bei einer nachgeburtlichen Erschöpfung auftreten?

Die Symptome einer nachgeburtlichen Erschöpfung sind vielfältig und können sich von Mutter zu Mutter deutlich unterscheiden. Wichtig zu wissen ist, dass die Symptome meistens aufgrund deiner Hormone oder aufgrund von Nährstoffmangel auftreten. Da du natürlich auch mehrere Mängel gleichzeitig haben kannst, kann es also passieren, dass du mehrere Symptome gleichzeitig hast, die aber irgendwie nicht zusammenpassen wollen. 

Diese Symptome sind bei nachgeburtlicher Erschöpfung bekannt:

  • Verwirrtheit, kein klares Denken möglich
  • Konzentrationsschwäche
  • Sehr schnelles frieren, dir ist häufig kalt
  • Zittrige Beine / Unkontrolliertes zittern
  • Schnell außer Atem kommen, Kurzatmigkeit
  • Brüchige Nägel
  • Sehr starke Monatsblutungen
  • Stimmungsschwankungen und leichte Reizbarkeit
  • Weiße Flecken auf den Nägeln
  • Angstzustände, Nervosität
  • Lichtempfindlichkeit
  • Hautausschläge
  • Durchfall
  • depressive Verstimmungen, über mehrere Stunden hinweg
  • Haarausfall
  • Leichte Reizbarkeit bis hin zur Aggression
  • emotionale Ausraster
  • Magenschmerzen
  • Persönlichkeitsveränderungen generell
  • Ungeschicklichkeit, schlechte Koordination
  • Abgeschlagenheit
  • Häufig wiederkehrende Infektionskrankheiten (Vom Scheidenpilz bis zur Gürtelrose ist hier alles möglich!)
  • Tinnitus
  • Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten
  • Überempfindliche Haut
  • Mangel an Appetit 
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Überforderungsgefühle

Achtung: Die Liste ist nicht zu 100% vollständig. Trotzdem: Wenn du nun bei vielen dieser Symptomen einen Haken machen kannst, dann empfehle ich dir ggf. einen Arzt aufzusuchen und die Symptome zu besprechen. Eine hohe Anzahl gleichzeitig auftretender Symptome deuten in jedem Fall auf eine nachgeburtliche Erschöpfung hin. 

Kurz gesagt:
Es können alle Symptome einer Wochenbettdepression auftreten. Nur die Depression – die fehlt. Und das ist verdammt gut so!

Natalie Garbotz

Was du selbst bei einer nachgeburtlichen Erschöpfung tun kannst, erfährst du dann im nächsten Beitrag.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute! Deine

Fotografin Natalie Garbotz

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    Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines fast 5jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Daher berichtet sie hier im Blog genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

     

    Natalie arbeitet als Fotografin und ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.

     

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