Mein Marketing ist für DICH! Vergiss das nicht.

Mein Marketing ist für dich!

Vor geraumer Zeit schrieb Anne Häusler einen tollen Blogartikel bzw. erstellte eine tolle Podcastfolge. Das Thema? Sogenanntes Cringe-Marketing. Ich habe mir den Podcast angehört und… ich weiß nicht wie oft ich dabei nicken musste. Ja, ja und nochmal JA!

Was sie sagt, hat mich sehr berührt und ich will ihren Artikel gerne um meine Sichtweise ergänzen. Denn: Ich bin Fotografin. Ich schreibe Blogartikel. Und teilweise arbeite ich auch mit Videos. Ich bin also keine Marketing-Tante im klassischen Sinne, dafür aber diejenige, die viele Dinge fürs Marketing erstellt. Dazu bin ich selbstständig und erfahrene Nutzerin von diversen Online Kursen. Ich möchte meine Gedanken dazu gerne an alle weiter geben – auch an meine Kundinnen.

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Ende 2017 meldete ich mein Gewerbe als Fotografin an. Zu diesem Zeitpunkt war mein Sohn Dante gerade mal 12 Monate alt. Mein Schritt in die Selbstständigkeit war zwar teilweise geplant, jedoch durch die Insolvenz meines Arbeitgebers während meiner Elternzeit mit Nachdruck gefordert. Als Fotografin lässt es sich nicht überall Arbeit finden und mir war klar, dass Bayreuth einfach zu klein ist um hier einen Job zu finden, der mir entspricht. Abgesehen vom Regale einräumen, für einen Hungerlohn an der Tanke zu jobben oder sonstige Tätigkeiten die keine echte Ausbildung erfordern.

Mich selbstständig zu machen, war für mich also ein logischer Schritt – den ich ohne zu zögern gegangen bin. Ich hatte mich bereits über viele wichtige Dinge informiert und war – aus meiner Sicht – informiert genug um das tun zu können.

Unerfolgreich waren meine ersten Schritte übrigens nicht. Ich nahm mit 3 Fotos an einer regional sehr bekannten Foto-Ausstellung teil. Und 2018 wurde ich im Rahmen einer Fotoausstellung als Start-Up am Tag des Handwerks in Nürnberg präsentiert und durfte sogar an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

Doch ich merkte schnell: Wenn ich Kunden erreichen möchte, dann muss ich mein Marketing einzigartiger machen und das Potenzial voll ausschöpfen. Ich wusste aber auch: Mir fehlt das Wissen dazu. Ich meine, natürlich nicht alles. In der Erstellung bin ich sicherlich nicht auf die Nase gefallen. 😉 Aber mir fehlte Wissen über Marketing, Arten der Vermarktung und zum Umfang von Marketing. Was gehört da eigentlich alles dazu? Wie setze ich das um? Was macht Sinn für mich? Das waren die Fragen, die mich antrieben.

Die Online-Marketing-Bubble

Ich machte mich also auf die Suche nach Kursen. Fast zeitgleich bemerkte ich, dass ich deutlich weniger Kunden bekam, als erwartet. Und wenn ich Kunden hatte, dann nutzten sie ausschließlich meine günstigen Produkte – aber selten die Produkte, in denen mein Herzblut lag und die ich für weitaus angemessener und hochwertiger hielt.

Ich kam zum Schluss, dass ich wohl daran schuld bin. Und nachdem ich schon immer unter meinem Imposter Syndrom litt, bekam es auf diese Weise mehr als genug Futter, um mir mächtige Selbstzweifel zu bescheren.

Nun suchte ich also Kurse – und fand viele. Ich geriet in die allseits bekannte Online-Marketing Bubble. Und wer damit bereits in Kontakt kam, der weiß: Ohne Social Media kannst du kein Marketing betreiben. Du MUSST es einfach tun, wenn du dazu gehören willst. Und ohne Social Media findet dich doch niemand!

Also habe ich einen Social Media Kurs besucht. Und danach noch viele weitere Kurse. Zu den Themen Bloggen, Texten, Launchen, Selbstliebe, Manifestieren, Money Mindset, Newsletter und eMail-Marketing, usw.

Es gibt tausend Themen die du dir hier anschauen kannst. Und jedes Mal hatte ich keinen wirklichen Erfolg – was ich auf meine eigene Unfähigkeit schob. Die wurde mir teilweise auch gespiegelt, in dem mir Dinge gesagt wurden wie: „Natalie, hör auf zu denken! Du musst es irgendwann auch einfach mal tun!“ Auf gut Deutsch: Ich bin schuld, weil ich zwar denke aber nicht handle.

So einfach ist es aber nicht. Ich bin recht gut in der Umsetzung, wenn ich mir vorher einen Plan gemacht habe und weiß was zu tun ist. Nein, mir liegt es einfach nicht drauf los zu stürmen und wild irgendwas zu tun. Ich wurde mit einigen dunklen Seiten dieser Online-Marketing-Bubble konfrontiert.

  • In einem Großteil der Kurse wird lediglich eine bestimmte Methode weiter gegeben. Das Wissen ist oftmals ungeeignet um seine eigenen Strategien zu erarbeiten und den eigenen Weg zu finden.
  • Die Gruppen sind oft so groß, dass man untergeht. Ich lerne in einem so großen Umfeld eher schlecht und bin im Nachteil.
  • Es werden vorab Versprechungen gemacht, die realistisch betrachtet nicht machbar sind. Auch für erfahrene Leute nicht.
  • Es wird die Denke vermittelt, dass nur diejenigen cool sind, die unglaublich große Umsätze einfahren. Alle anderen haben halt einfach eine mangelhafte Geld-Beziehung.
  • Wie? Es ist ein Problem für dich, dass du Geld für nichts bekommst!? DAS darf nicht sein! Nur wenn du Geld in jeder Situation annehmen kannst bist du eine gute Unternehmerin! Ich habe dafür ein anderes Wort: Skrupellos.
  • Wie, du kannst die 10.000€ Spottpreis für diesen tollen Kurs nicht aufbringen? Ja, das ist dann halt deine Schuld, weil du’s als Unternehmer/in halt nicht drauf hast.
  • Insgesamt habe ich sehr oft das Gefühl gehabt, dass mein Selbstwert ausschließlich in Geld gemessen werden kann. Und Zielsetzung auch ausschließlich über Umsatz erfolgen kann und muss. Alles andere wäre ja hirnrissig!?
  • Es wurde oft an unterschiedlichen Problemen rumgedocktert. Aber niemand erkannte mein grundsätzliches Problem.
  • Wenn sich etwas nicht verkauft, dann heißt die Lösung immer: Mach mehr Werbung, steigere deine Bekanntheit und weite dein Marketing auf möglichst alle Kanäle ( = Social Media, Webseite, diverse Anzeigen, etc.) aus. Was für ein Bullshit! 😉
  • Wenn sich etwas nicht verkauft, dann machst du es halt falsch! Und auch das: Bullshit. Wenn ich es falsch mache, dann müsste es ein „richtig“ geben. Tut es aber nicht!

Viele dieser Denkweisen und Tipps waren für mich mehr schädlich als gut. Und eben weil ich ständig mit meinem Imposter-Syndrom herum rannte, war es mir nicht möglich, einfach mal darüber nachzudenken. Zumindest nicht auf so eine Weise nachzudenken, die mich vorwärts gebracht hätte.

Auch die Tatsache, dass so viele der Marketer so leichtes Spiel mit mir hatten, kommt nicht von ungefähr. Ich hatte schon IMMER ein verzerrtes Selbstbild. In meinem letzten Artikel schrieb ich darüber, wie ich über meine Stärken stolperte – und genau da lag der Hund begraben. Dieses verzerrte Selbstbild leitete mich immer wieder in Kurse, an deren Ende ich auch nicht mehr wusste, als vorher. Die bei weitem nicht die Lösung boten, die ich wirklich gebraucht hätte! Und natürlich hat sich dann an meiner Situation nichts geändert. Wie auch? Probleme löst man eher so an der Wurzel und nicht in der Baumkrone. Und zack – hab ich mir wieder selbst die Schuld gegeben und meinem Imposter-Syndrom einen Grund, noch mehr zu wachsen.

Die guten Seiten

Ich möchte klar sagen, dass ich nicht nur schlechte Erfahrungen gemacht habe. Es gibt mehr als genügend Erfahrungen, die super positiv waren. Im Großen und Ganzen habe ich tolle Menschen kennen gelernt. Mit einigen davon habe ich auch heute noch einen guten Kontakt. Mit anderen traf ich mich regelmäßig zum digitalen Co-Working. Und auch heute noch bin ich Mitglied einer Facebook-Gruppe in der sich ehemalige Kursmitglieder treffen um sich auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Das sind sicherlich tolle Nebeneffekte die ich nicht missen möchte! Auch wenn ich die Kurse nicht für sowas gebucht habe. 😉

Ein Ende mit Schrecken

Ende letzten Jahres ging ich dann wie immer in meine Stille Zeit. Ich mache das jedes Jahr, doch in der Zeit während Corona fiel es mir schwerer als sonst. Ende letzten Jahres hatten wir dann hier plötzlich ein größeres Problem mit der Internetleitung. Seine Behebung nahm mehrere Wochen in Anspruch – in denen ich auch nicht online war. Und dann wurde es besonders schlimm – einfach weil ich gezwungen war in mich zu gehen anstatt mich im Außen abzulenken. Für mich stand fest: So geht es einfach nicht mehr weiter. Ich arbeite mich auf und erstelle Inhalte um Inhalte um Inhalte. Aber niemand reagiert darauf. Ich stellte mir also die Frage: Was läuft hier schief?

Ich beschäftigte mich intensiv mit mir selbst um heraus zu bekommen, wo es denn hakt. Und ich stellte fest: Zurück zur Basis-Arbeit. Ich stellte fest, mein Geschäftsmodell kann überhaupt nicht funktionieren. Ich hatte unbewusst Fehler eingebaut, die mir nicht klar waren.

Weiterhin stellte ich fest, dass mir völlig unklar ist, wie ich meine Botschaft konsistent über alle Produkte und Kanäle hinweg transportieren kann. Denn ja, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass das, was ich sagen möchte einfach nicht ankommt. Ich fühlte mich häufig falsch verstanden. Auch von meinen eigenen Kunden.

Ein weiteres Problem ist natürlich mein verzerrtes Selbstbild gewesen. Alles, was ich für Schwächen hielt, sind im Grunde meine Stärken. Aber weil das für mich so unglaublich, ja sogar unmöglich war, ignorierte ich es. Ich hätte wesentlich früher gute Anpassungen vornehmen können, wenn ich mich denn selbst hätte annehmen können, so wie ich nun mal bin.

Und weil ich ein schlechtes Selbstbild hatte und mehr auf Mentoren vertraut habe, als auf mein Bauchgefühl… habe ich natürlich einfach umgesetzt, was mir gesagt wurde. Ich dachte die ganze Zeit: „Das macht man halt so. Schließlich haben die anderen mehr Ahnung als ich.“ Es wäre sehr viel sinnvoller gewesen, meine Kommunikation auf meine Stärken hin anzupassen, anstatt einfach nur das zu tun, was mir andere sagen. Das habe ich leider viel zu spät erkannt.

Aber es gibt da noch etwas, dass ich bemerkte. Ich fühlte mich unter Druck gesetzt von der Tatsache, dass ich am besten täglich auf Social Media posten muss. Schließlich war das die Ansage, die einheitlich in der Online-Marketing-Bubble getätigt wird. Willst du Sichtbarkeit, nutze Social Media. In all den Jahren, die ich es nun nutze, kann ich sagen: Meine Kunden finden mich auf ganz anderen Kanälen. Und es stellt sich die Frage: Warum sollte ich mir den Stress antun? Warum soll ich gegen einen Algorhythmus anposten? Wenn ich ehrlich bin, habe ich die wirklich wichtigen Aufgaben vernachlässigt, weil ich dachte es wäre wichtiger Präsenz auf Social Media zu zeigen. Und das stimmt einfach nicht.

Was ich mir wirklich vom Marketing wünsche

Meine Erkenntnisse aus diesen letzten Jahren sind vielfältig. Ich wünsche mir in jedem Fall, dass ich bereits früher an solides Basiswissen gekommen wäre. So bin ich jetzt lange und ohne Ziel umher geirrt ohne wirkliche Fortschritte zu machen. Das ist sehr schade.

Ich wünsche mir aufrichtig und wirklich, dass wir damit aufhören uns gegenseitig schlecht zu reden, nur weil jemand anders tickt als die Masse. Wenn mich ein Ziel nicht motiviert, dann finde ich eben ein anderes. Letztes Jahr war es sehr motivierend für mich eine bestimmte Anzahl an Blogartikeln zu schreiben und das auch regelmäßig. Und dieses Jahr ist es die Qualität, die ich verbessern möchte. Ich finde es völlig okay ein solches Ziel zu verfolgen und mich nicht mit Umsatzzahlen unter Druck zu setzen.

Jeder Mensch hat eigene, persönliche Werte – und es ist die Entscheidung jedes einzelnen, wie diese Werte gelebt werden sollen. Das gilt erst recht für’s Marketing. Auch halte diese Format-Fixierung alá „Wenn du sichtbar sein willst, dann musst du Facebook Lives machen!“ inzwischen für grundlegend falsch. Ich wünsche mir Marketing, dass zu meiner Persönlichkeit und zu meinen Kunden passt. Und natürlich auch zu meiner Marke.

Ich wünsche mir mehr Realismus im Marketing. Denn einige Versprechen sind einfach völlig aus der Luft gegriffen. Das ist sicherlich gut um sich einen schnellen Reibach zu machen – aber es schadet den Teilnehmern. Ich sage es nochmal: Marketing sollte persönlicher werden.

Ich wünsche mir, dass wir alle damit aufhören darüber nachzudenken, was wir denn noch alles verkaufen können um mehr Umsatz zu machen. Wie wäre es, wenn wir uns mal mehr Gedanken darüber machen würden, welchen Beitrag wir für die Gesellschaft und unsere Mitmenschen leisten? Und ja auch, wie wir diesen Beitrag genau leisten wollen und können?

Wenn ich einen Beitrag für meine Mitmenschen leisten will, dann höre ich automatisch auf, mir über Geld den Kopf zu zerbrechen. Ich höre auch auf damit gierig zu sein und komme von meinem Narzissmus-Pferdchen eher runter. Wenn ich mich frage, welchen Beitrag ich denn leisten will, dann mache ich meine Arbeit gern und ich weiß auch welchen Wert meine Arbeit für mein Umfeld hat. Ich brauche mich also auch nicht schlecht fühlen, weil ich Geld dafür bekomme. Einfach, weil ich weiß, dass meine Arbeit etwas verändern wird und etwas beitragen wird.

Wie ich Marketing sehe

Ich habe in den letzten Wochen einen riesigen Schritt vorwärts gemacht. Vor allem aber, habe ich die Art und Weise, wie ich über Marketing denke grundlegend verändert. Das hat natürlich Konsequenzen. Das was jetzt kommt ist vor allem für meine Kunden wichtig:

  • Marketing sind Gespräche. Ja, ich liebe es neue Menschen kennen zu lernen und mich mit ihnen zu unterhalten!
  • Nur weil ich mit dir spreche, zwinge ich mich nicht auf. Vielmehr freue ich mich darüber, wenn ich eine tolle Unterhaltung mit dir führen kann, die bestenfalls beide Seiten bereichert!
  • Ich möchte dir dienen. Das bedeutet auch, dass ich die Qualität meiner Inhalte steigere und damit aufhöre, ständig und überall präsent sein zu wollen.
  • Dienen bedeutet auch, dass ich dir zuhöre und dir entsprechend für dich passende Inhalte an die Hand gebe.
  • Marketing kann ich auf zwei Arten führen: Entweder ich gehe auf Reichweite und somit auf Masse oder in die Tiefe und damit auf Klasse.
  • Mein Marketing macht bestenfalls beiden Seiten Spaß! Dir UND mir! Es ist ein Geben und Nehmen.
  • Ja, Angebote mache ich natürlich trotzdem! Sie gehören dazu – denn ohne Umsätze ist und bleibt es ein Hobby. Dennoch macht auch hier der Ton die Musik.
  • Ein gutes Angebot bringt meine Kunden vorwärts! Aber sicherlich nicht rückwärts.
  • Konkrete Werbung ist nur ein kleiner Teil dessen, was ich unter Marketing verstehe. Marketing ist also weit mehr, als einfach nur ein paar Facebook-Werbeanzeigen.
  • Gutes Marketing berücksichtigt auch meine Werte, meine Art zu arbeiten und meine Persönlichkeit als Unternehmerin. Es bringt aus meiner Sicht nichts, mich zu Dingen zu zwingen, die gegensätzlich zu mir sind. Eine bestimmte Methode, die nicht zu mir passt bringt mir also nichts!

Ja, ich will mit dir sprechen!

Ja, ich will das du mir antwortest!

Ja, ich will eine kleine, nette Community!

Ja, ich will auch mal nen Kaffee mit euch trinken! Oder gerne auch nen Tee.

Ich danke dir!

Ein riesiges Dankeschön explizit an dich liebe Anne, für deine Ehrlichkeit!

Fotografin Natalie Garbotz
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    Natalie Garbotz ist Gründerin von Starke Mamas. Als Mama eines 5 jährigen Sohnes kennt sie die Tücken des Mama seins im Alltag. Im Blog schreibt genau darüber: Ihre Alltagserfahrungen als selbstständige Mama.

     

    Natalie arbeitet als Social Media Managerin & Fotografin. Sie ist Expertin für Fotografie, Bildsprache und Selbstporträts. Ihre Erfahrungen in Sachen Fotografie, Bildsprache, Farbe, Branding und Marketing verbloggt Sie daher praxisorientiert und mit viel Spaß.